Getting Things Done

Getting Things Done554; padding: 0px; margin: 5px" />2005 ist mein großes Aufräumjahr. Motto: “Do less, but do it better.” Bisher klappt das toll. Ich habe Ruby on Rails entdeckt, das prima zu diesem Vorsatz passt. Ich stehe kurz davor, zu switchen (der Kauf eines Powerbooks steht kurz bevor; ich warte nur noch die neue Revision ab). Und ich habe mich in David Allens großartiges Getting Things Done reingelesen, das ja derzeit all the rage unter uns Geeks ist.

Vor allem Letzteres hat bei mir Faulpelz schon Erstaunliches bewirkt, obwohl ich bisher die GTD-Methodik nur zu einem kleinen Teil umgesetzt habe. Vor allem die folgenden Punkte haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen — und mich tatsächlich motiviert, gewisse Dinge endlich mal in Angriff zu nehmen:

  • Um konzentriert arbeiten zu können, muss das Hirn “leer” sein. Es darf nicht von unerledigten Aufgaben abgelenkt werden, die irgendwo hinten sitzen und nur darauf warten, dich aus der Zone rauszureißen. Der Kernansatz von GTD ist das komplette und lückenlose “Downloaden” aller Aufgaben und Projekte in ein System (einen Organizer, eine Zettelsammlung, einen PDA, ein Wiki; ganz egal), dem dein Hirn vertraut (weil du wirklich jede Information dort speicherst und es regelmäßig konsultierst).
  • Wir haben alle viel mehr zu tun, als wir überhaupt schaffen können. Das ist ganz normal. Man soll sich nicht verrückt machen, weil man nicht alles schaffen kann; nein, man soll diesen Umstand akzeptieren und sich bewusst dazu entscheiden, bestimmte Dinge nicht zu tun. Dinge nicht zu tun ist toll; das mache ich ab sofort öfter. :)
  • Es sind gerade die kreativen, intelligenten Checker, die unangenehme Arbeit am liebsten aufschieben — weil sie beim Gedanken an diese nicht nur die Arbeit an sich, sondern auch alle mit ihr verbundenen Konsequenzen sehen; vor allem die negativen. (Deswegen haben wir Superhirne Angst vor Telefonaten. Das sind nämlich nicht nur Telefonate; nein, es sind wahre Showdowns! Immerhin hat man es mit einem anderen Menschen zu tun, der vielleicht eine schlechte Meinung von dir bekommen könnte, solltest du stottern oder Unsinn reden. Panik!)
  • Stagnierende Unordnung (auch in der Form einer überlaufenden Inbox) erzeugt wesentlich mehr Stress, als sie aus der Welt zu schaffen. Wer 3578 Mails in seiner Outlook-Inbox sitzen hat, bekommt beim Gedanken, das alles zu sortieren, das große Würgen. Hat man immer nur eine Handvoll Mails vor sich, sind diese um so schneller sortiert. Eine leere Inbox ist ein Segen. Ein leerer Fußboden auch. :-)
  • Eine Inbox zu leeren bedeutet nicht, die enthaltenen Objekte tatsächlich zu bearbeiten. Man muss lediglich entscheiden, ob sie noch bearbeitet werden müssen, delegiert werden können, als Referenzmaterial archiviert werden sollen, vielleicht einfach nur in den Müll gehören, und so weiter.
  • Aufgaben nach Proritäten zu sortieren ist doof. Keine Sortierung nach willkürlich gewählten Prioritäten kann der Art und Weise gerecht werden, wie unsere Intuition die Dringlichkeit einzelner Aufgaben bewertet. Aufgaben sollte man viel eher nach Umgebung sortieren. “Zuhause” habe ich zum Beispiel andere Aufgaben als “im Büro”. Je nach Umgebung schaut man dort auf die entsprechende Liste und muss nicht mehr alle Aufgaben im Kopf ausblenden, die man dort eh nicht in Angriff nehmen kann.
  • Was man “ganz unten” — d.h. im Job — macht bzw. machen muss, soll man genau so im Auge behalten wie das, was man “ganz oben” — langfristig — machen will. Es ist wichtig, die persönlichen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.

Das ist natürlich nur ein kleiner Teil von Getting Things Done. Wenn ihr Pech habt, werde ich hier in Zukunft noch öfters darüber schreiben. Über das Powerbook auch, haha!

Update: von dem Buch gibt es auch eine deutschsprachige Ausgabe.

Update 2: Thomas Gigold schreibt über Getting Things Done und spendiert ein paar nützliche und interessante Links zum Thema.

Posted in Verschiedenstes

5 Comments

  1. Das klingt doch absolut sinnvoll… muss ich sagen. Ist das auch so ein Buch, das man so knapp zusammengefasst erfasst hat, oder muss man es kaufen?

  2. Ich habe hier ein paar der im Buch beschriebenen Ansätze vorgestellt — aber lange nicht alle. Ansonsten gibt sich das Buch sehr viel Mühe, Möglichkeiten vorzustellen, diese auch umzusetzen — diese zielen jedoch hauptsächlich auf Hardcore-”Bürohengste” ab. Wer sich nicht als solchen empfindet — mir geht es zum Beispiel so — kommt nicht drumherum, seine eigene Implementation abzuleiten. Macht aber auch Spaß!

  3. und wann krieg ich das endlich ausgeliehen?! :)

    übrigens finde ich es super, dass ich jetzt endlich eine ausrede für mein telefon-trauma habe: ich bin halt einfach ein “kreativer, intelligenter checker”. muahahaha…

  4. Und, wer hat es umgesetzt?

  5. Es gibt seit heute ein deutschsprachiges GTD-Forum unter http://www.meyer-bernau.de
    Schaut mal rein!

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