Gestern war es also soweit: der erste Münchner Webmontag, juhu! Hier ein paar Eindrücke:
- Im Gegensatz zum Frankfurter Webmontag letzte Woche war diesmal genug Zeit zum Kuscheln, Kennelernen und Kartentauschen. Die Location war nicht nur dazu quasi perfekt: nach eineinhalb Stunden Vorträgen in einem auf jeden Fall besser als die arschkalte Frankfurter Brotfabrik beheizten Raum hüpften wir alle rüber in die Wirtschaft, wo es ordentlich Bier und Schnitzel gab. So bekam der Abend eine angemessene Struktur, die (nicht nur) ich beim Frankfurter Webmontag sehr vermisste. An dieser Stelle auch nochmal herzlichen Dank an Siegfried für die gelungene Organisation und Moderation.
- Eine der zentralen Aussagen in Michael Pütz‘ Vortrag “User Partizipation im Web 2.0 - Wer ist hier der Chef?!?”: wer eine gute/nette/pfiffige/originelle Idee hat, soll sie durchziehen — und sie sich nicht schlechtreden lassen. Kann ihm da nur zustimmen. Gerade die Ideen, die erstmal etwas anecken, sind oft mit großem Erfoglspotenzial gesegnet. Michael und ich waren uns weiterhin einig, dass es noch nie so günstig war, eine Idee ins Web zu bringen, wie heute; Serverhardware und Traffic kosten kaum noch etwas, aktuelle Entwicklungstools wie Ruby on Rails erlauben eine superschnelle Entwicklung, und vieles aus der Assets-Ecke, wo man vor ein paar Jahren nicht um teure Bild-etc-Agenturen herum gekommen wäre, gibt es heute sehr günstig, wenn nicht sogar kostenlos, und trotzdem in meist professioneller Qualität. “Wir haben einfach nicht genug Zeit/Geld” funktioniert heute einfach nicht mehr als Ausrede. :-) In meinem eigenen Vortrag “Venture Kung-Fu: das Anti-Dot-Com. Tools & Techs für Rebellen” ging’s speziell um das Thema günstige und gute Tools: Informationen dazu inklusive Links (und natürlich auch die Slides) gibt’s hier.
- Podcasts gehen ab! Mir war das vor Alexander Wunschels Präsentation zur den Ergebnissen der deutschen Podcast-Umfrage gar nicht so bewusst. Natürlich hinkt Deutschland — wie sollte es anders sein — auch in diesem Bereich ziemlich hinterher, aber Publikum und Markt scheinen auf jeden Fall vorhanden zu sein. Alexanders Tipp an Podcaster: interessante, aneckende Themen bringen, und das regelmäßig (1x die Woche) — dann kommen auch die Zuhörer.
- Beim Bierkuscheln kam das Gespräch (natürlich) auch auf das Thema Weblogs. Die Frage war, wieso wir eigentlich alle bloggen, wo es doch in Deutschland anscheinend mehr Leute gibt, die Weblogs betreiben, als Leute, die Weblogs lesen (da gab es doch vor kurzem irgendeine Umfrage/Studie dazu — finde ich leider nicht mehr, hoffentlich habe ich mir das nicht einfach nur eingebildet). Mein Beitrag zu dieser Diskussion: es geht beim Bloggen nicht darum, möglichst viele Leute zu erreichen, sondern die richtigen. Weblogs sind letztendlich nichts anderes als eine riesengroße, netzumspannende Social-Networking-Anwendung. Mehr zu diesem Thema irgendwann in einem extra Artikel hier.
- Auch ich bin vor einem Vortrag nervöser als während ich ihn halte. Ha! Überrascht hat mich übrigens, dass Ruby on Rails doch noch nicht bei so vielen Leuten auf dem Radar zu sein scheint wie erwartet. Eigentlich ging ich davon aus, dass die Leute sich gerade bei meinem Rails-Slide extrem langweilen würden, aber letzten Endes gab es zu diesem Thema tatsächlich die meisten Fragen. Interessant. Vielleicht halte ich auf dem nächsten Münchner Webmontag einen Vortrag speziell dazu. Das habt ihr jetzt davon!
- Christoph war so nett, Fotos zu machen. Sollten die Tage auf Flickr auftauchen. Ich schlage dann nochmal Alarm.
- Fazit: der erste Münchner Webmontag war ein voller Erfolg. Die Vorträge waren informativ, die Leute super. Ich hoffe — nein, ich rechne fest damit –, dass die Veranstaltung “Webmontag” zu einer festen Einrichtung wird und bald noch mehr Teilnehmer anlockt. Wer sich auch nur vage für “Web 2.0″-Themen interessiert, sollte auf jeden Fall vorbeischauen. Beim nächsten Münchner Webmontag will ich auf jeden Fall mehr Leute aus unseren Medienunternehmen sehen; nicht nur prosieben.de probiert’s ja zur Zeit mit diesem neumodischen Weblog-Zeugs… :)
So viel zu meinen eigenen Eindrücken. Hier ein paar andere:
First Munich Webmonday a great success:
If you are serious about Web 2.0, try to make it to one of these Webmondays. They are informative, they are fun, they are a great way to share knowledge and to learn from others.
Herman Iding übt zwar Kritik an ein paar der “1.0 vs. 2.0″-Aussagen meines Vortrags — darauf möchte ich noch in einem seperaten Eintrag eingehen — schreibt aber abschließend:
Wünschen für den nächsten WebMontag würde ich mir, dass die Mischung an Vorträgen von Technik-im-Überblick, Technik-in-der-Tiefe und Marketing-Kommunikation beibehalten wird, evtl. in der Länge justiert wird. Toll wäre vielleicht auch noch ein Ausblick auf die gesellschaftlichen Auswirkungen bzw. Veränderungen (Blog/Print/Journalismus/Veränderung der Medienwelt und der persönlichen Lebensführung). Es lohnt(e) sich zu kommen, ich kann es nur empfehlen.
Mehr folgt.


