Großartig: noch einmal ohne Pulli aus dem Haus, weil das Wetter so nett ist. Noch großartiger: zum ersten Mal seit ca. 10 Jahren in ein Schwimmbad gehen, zum ersten Mal seit ca. 20 Jahren freiwilig (und dabei auch noch Spaß haben). Am allergroßartigsten: nochmal in Ruhe diverse neue Spiele spielen — und ein letztes Mal entspannt atmen, bevor der Crunchtime-Monat November an- und damit die komplett freizeitbefreite Arbeitshölle losbricht.
Ich habe gerade mit einer Mischung aus Schrecken und Verzückung festgestellt, dass der Pizzaladen um die Ecke tatsächlich verdammt fantastisch ist. Da gab es für mich gerade die wohl beste Pizza, die mir bisher in München untergekommen ist, und eine wundervolle, kleine Flasche Lambrusco. Das Leben ist gut!
Okay, das war nicht sonderlich spannend, aber über irgendwas muss man ja schreiben, wenn man sich wieder einmal vorgenommen hat, öfters zu bloggen. Ich werde dafür sorgen, dass das nächste Mal etwas mit Rails oder nackten Brüsten vorkommt.
Wer von euch diese Tage eine Mail von GMX erhält, in der in meinem Namen eine Empfehlung für den anscheinend neuen GMX-Messenger ausgesprochen wird: bitte ignorieren, löschen, vergessen. Ich habe das nicht selber angestoßen und würde sowas auch niemals tun. GMX scheint der Meinung zu sein, aus den Google Talk-Anfragen, die offenbar automatisch an meine Google Mail-Kontakte versendet werden, Werbung für ihren eigenen Messenger machen zu müssen. Ultra-uncool.
Die einzigen Messenger-Empfehlungen, die ihr jemals von mir hören werdet: AdiumX für OSX, Miranda für Windows, und als Bonus noch Skype für all diejenigen unter euch, die sich herzlich wenig für ICQ, Jabber, MSN & Co interessieren und möglichst wenig basteln wollen.
Spam ist nicht das einzige, was einem den Spaß an E-Mail versauen kann. Gestern habe ich gemerkt, dass ich zusätzlich zu den ca. 400 Spam-Mails, die jeden Tag bei mir eintrudeln, viel zu viele Newsletter abonniert hatte. Natürlich lange nicht so viele wie die 400 Spam-Mails, aber genug, um mich zu nerven, denn im Gegensatz zu den meisten der 400 Spam-Mails werden die Newsletter ja nicht automatisch aussortiert. Wieso bin ich überhaupt auf den Newslettern drauf, wenn sie mich doch nur nerven? Nun, aus irgendwelchen Gründen habe ich immer wieder so Phasen, wo ich voller Freude welche abonniere und dabei irgendwie die Phantasie habe, dass eines Tages etwas tatsächlich interessantes in mein Postfach trudelt, was ich ohne Newsletter verpasst hätte.
In der Realität sieht’s aber so aus, dass ich in den inzwischen mehr als 10 Jahren, die ich im Internet unterwegs bin, nicht einen einzigen interessanten Newsletter erhalten habe. Mal abgesehen vom meist laschen Inhalt bestehen die meisten eh zum größeren Teil aus Werbung. Ich hatte sogar welche im Abo, die nur aus Werbung bestehen. Das braucht ja wirklich kein Mensch.
Deswegen erkläre ich den heutigen Tag zum Newsletter-Unsubscribe-Tag. Nehmt euch eine halbe Stunde Zeit und bestellt die ganzen doofen Newsletter ab, die ihr sonst eh sofort nach Erhalt löscht. Freut euch über die zusätzliche Ruhe in eurem Posteingang. Und, falls ihr es nicht eh schon tut, fangt an, RSS-Feeds zu lesen. Da kommen tatsächlich brauchbare Informationen zu euch. In einem Rhythmus, den ihr bestimmt. Ohne Werbung.
Mit Schrecken habe ich eben bei Robert erfahren, dass es bereits einen Begriff für das (zumindest auf englischsprachigen Blogs) allgegenwärtige Digg-etc-Generve gibt: SMO, Social Media Optimization. Ein Thema, mit dem ich mich wohl oder übel bald auseinandersetzen muss, auch, wenn ich es lieber sein lassen würde. Während man del.icio.us noch als Tool nutzen kann und dort die Ruhe vor nerviger Traffic Pimpage hat, ist es auf Digg.com inzwischen kaum auszuhalten; gefühlt fast jeder zweite Beitrag dort ist ein Link zu irgendeinem Blogeintrag, wo versucht wurde, mit fremdem Inhalt an Traffic (und über AdSense damit auch Kohle) zu kommen. In den harmlosen Fällen sind das noch Videos von Google Video oder YouTube, die “wiederveröffentlicht” werden (ich bekenne mich schuldig: ich mache das selber immer wieder mal, nicht zuletzt auch auf schweinwerfer.de); in letzter Zeit sind das aber gerne auch einfach mal Texte, die eins zu eins von anderen Websites runterkopiert wurden. Der gemeine Digg-User erkennt sowas natürlich nicht sofort, schiebt den Klau-Beitrag durch seinen Digg-Klick auf die Startseite, und schenkt dem Dieb einen nicht zu verachtenden Trafficschub (wie oben schon erwähnt mit entsprechend gesteigerten AdSense-Einnahmen). Ungh.
Wieso bauen so viele Leute in ihre Weblogs diese Buttons zum Hinzufügen ihrer Beiträge zu Digg, Delicious, Yigg usw. ein? Ich bin auf diesen Seiten registriert und kann selber entscheiden, ob und wann ich einen Beitrag gut genug finde, um ihn dort zu promoten/bookmarken, vielen Dank. Für mich ist das alles penetrantes Traffic Whoring, und das hat meiner Meinung nach auf Blogs, die ernstgenommen werden wollen, nichts zu suchen.

Der Web-RSS-Reader-Krieg ist vorbei, und gewonnen hat ihn, wie sollte es anders sein, Google. Mit Google Reader. “Das olle Teil?”, werden sich jetzt einige fragen. Alas! Das olle Teil ist vor ein paar Tagen in einer komplett neuen Version online gegangen. Und im Gegensatz zur vorherigen rockt sie die Hütte!
Ähnlich wie mein bisheriger Favorit FeedLounge erlaubt es, Feeds mit Tags zu versehen, womit man sie gleich in mehrere Kategorien einordnen kann — für mich ein sehr wichtiges Feature, da einige Blogs nunmal über “Rails” und “Ruby” schreiben. Außerdem versehe ich mir besonders wichtige Feeds mit dem “_mustread”-Tag. Ich habe über 200 Feeds abonniert, und wenn ich mal nicht besonders viel Zeit habe — was in letzter Zeit immer öfters vorkommt — beschränke ich mich auf das Lesen dieses Tags.
Das große Problem bei FeedLounge war die meist grottige Performance. Google Reader ist Google-typisch schnell (wobei es gestern mal kurz etwas hakte, aber das scheint wohl eher die Ausnahme zu sein). Jedenfalls braucht es nicht wie FeedLounge eine halbe Minute, um überhaupt zu starten. Und das ist schonmal ein Riesenvorteil.
Und dann ist da die grandiose Keyboard-Navigation, die alles in allem ähnlich wie in Google Mail funktioniert. Außerdem kann man per Tastaturkommando gezielt zu bestimmten Tags oder Feeds springen — sehr clever.
Meine einzige Sorge war, dass Google Reader mit einer großen Anzahl von Feeds und Tags nicht zurecht kommen würde. Ich speiste das OPML aus meinem FeedLounge-Account in Google Reader und erwartete, dass es daran verzweifeln würde. Aber nein: nach nur wenigen Sekunden war alles importiert; ein, zwei Minuten später hatte Google Reader auch die Items all meiner Feeds geholt und angezeigt. Smoother hätte es eigentlich nicht laufen können.
Dass das ganze auch noch kostenlos ist, brauch ich wohl nicht zu erwähnen. Tolles Teil!
- Man mag nicht sagen, wie viele Besucher man hat, aber es sind selbstverständlich deutlich mehr.
- Überhaupt würde man das selber “richtig” berechnen und nur unique IPs zählen. Alles andere wäre ja für genaue Aussagen ungeeignet.
- Außerdem sei man ja auch gar kein Blog, auch, wenn das immer wieder behauptet wird. Dass es wie ein Blog aussieht, ist reiner Zufall!
Echtes “A-Blogger”-Material, ohne, dass sie es wissen. Geil.


