Google Reader

Der Web-RSS-Reader-Krieg ist vorbei, und gewonnen hat ihn, wie sollte es anders sein, Google. Mit Google Reader. “Das olle Teil?”, werden sich jetzt einige fragen. Alas! Das olle Teil ist vor ein paar Tagen in einer komplett neuen Version online gegangen. Und im Gegensatz zur vorherigen rockt sie die Hütte!

Ähnlich wie mein bisheriger Favorit FeedLounge erlaubt es, Feeds mit Tags zu versehen, womit man sie gleich in mehrere Kategorien einordnen kann — für mich ein sehr wichtiges Feature, da einige Blogs nunmal über “Rails” und “Ruby” schreiben. Außerdem versehe ich mir besonders wichtige Feeds mit dem “_mustread”-Tag. Ich habe über 200 Feeds abonniert, und wenn ich mal nicht besonders viel Zeit habe — was in letzter Zeit immer öfters vorkommt — beschränke ich mich auf das Lesen dieses Tags.

Das große Problem bei FeedLounge war die meist grottige Performance. Google Reader ist Google-typisch schnell (wobei es gestern mal kurz etwas hakte, aber das scheint wohl eher die Ausnahme zu sein). Jedenfalls braucht es nicht wie FeedLounge eine halbe Minute, um überhaupt zu starten. Und das ist schonmal ein Riesenvorteil.

Und dann ist da die grandiose Keyboard-Navigation, die alles in allem ähnlich wie in Google Mail funktioniert. Außerdem kann man per Tastaturkommando gezielt zu bestimmten Tags oder Feeds springen — sehr clever.

Meine einzige Sorge war, dass Google Reader mit einer großen Anzahl von Feeds und Tags nicht zurecht kommen würde. Ich speiste das OPML aus meinem FeedLounge-Account in Google Reader und erwartete, dass es daran verzweifeln würde. Aber nein: nach nur wenigen Sekunden war alles importiert; ein, zwei Minuten später hatte Google Reader auch die Items all meiner Feeds geholt und angezeigt. Smoother hätte es eigentlich nicht laufen können.

Dass das ganze auch noch kostenlos ist, brauch ich wohl nicht zu erwähnen. Tolles Teil!

Posted in Verschiedenstes

12 Comments

  1. Ja, sieht nicht schlecht aus. Nur scheint es ein (für mich) sehr wichtiges Feature nachwievor nicht zu unterstützen: Favicons.

    Für visuelle Typen wie mich, nicht nur Aufhübschung, sondern wichtige Orientierungshilfe. “Was lese ich da eigentlich gerade? *Kurzer Blick auf’s Icon* Ach ja!”

    Schoad!1

  2. Keine Sorge, kommt sicher auch noch. Du bist ja nicht der einzige, der auf Favicons steht.

  3. Noch was,

    kann man die Fontgröße nicht hochsetzen? Ich find nirgendwo eine Option dafür.

    Als OSX- und Bloglines-Gewöhnter, kommt mir das alles ein bisschen schwer lesbar vor.

  4. Apfel+Plus, Apfel-Minus? (In Firefox zumindest.)

  5. (Ansonsten gebe ich dir natürlich Recht — Googles Besessenheit mit Arial/Helvetica nervt schon lange. Stört mich auch in Gmail. Wollte da oben nur einen pragmatischen Lösungsansatz bieten.)

  6. Naja, wirklich pragmatisch ist der nicht, vor allem wenn man ständig von einem Browsertab zum nächsten wechselt. Ich will mir nicht global die Schriftgröße hochknallen, sondern nur die Typo im GoogleReader lesbarer machen. Geht wohl nicht (User-Stylesheets und Greasemonkey jetzt mal außen vor). Das ist auch einer der Gründe, warum ich mit dem Webninterface von GoogleMail nicht wirklich warm werde.

  7. Wenn ich in meinem OSX-Firefox mit Apfel-Plus die Schrift größer mache, gilt das nur für den aktuellen Tab. (Ist vielleicht erst ab Firefox 2.0 so?) Doof würde ich ich eher finden, dass er sich erwartungsgemäß die Schriftgröße nicht “merkt”. Das heißt, ich müsste nach jedem Laden von Google Reader auf Apfel-Plus hauen. Ob ich das wirklich schlimm finden würde, weiß ich nicht, da ich die Standardgröße OK finde.

    Alles in allem verstehe ich schon, warum dich das nervt, aber auf der anderen Seite finde ich es schwer in Ordnung, dass Google eine solche Einstellung dem Anzeigetool (deinem Browser) überlässt. Denn da ist sie nunmal korrekt aufgehoben. IMO.

  8. Irgendwie wünsche ich mir gerade eine Zitatfunktion. ;-)

    FF: Potzblitz, du hast Recht! Auch im 1.5.x geht das. Aaaaber er merkt sich das nicht für den nächsten Aufruf der Seite. Ist also auch nicht wirklich der Bringer.

    Ich finde ehrlich gesagt nicht, dass spowas ausschließlich dem Browser zu überlassen ist. Man will hier schließlich das Look&Feel von Desktopapplikationen nachempfinden. Da gehört es halt (imo) auch dazu, dass man sich z.B. nur die Artikel größer anzeigen lassen kann, die Übersichtsliste jedoch nicht.

    Ich gebe aber zu, dass Bloglines sowas - glaube ich - auch nicht bietet. Da finde ich die Typo aber grundsätzlich angenehem und deswegen juckt’s mich nicht.

    Um hier nicht nur rumzumäkeln, mal ein Feature am GoogleReader, das mir sehr gut gefällt: Wenn man die aktuellen, ungelesenen Posts durchgescrollt hat, lädt das Ding on-the-fly sofort die älteren Beiträge nach und zwar nur peux a peux und bandbreitenschonden. Sehr nett! Gab’s das in der Urversion auch schon?

  9. Ich glaube, in Bloglines kannst du zwischen zwei oder drei verschiedenen Schriftgrößen für die Artikeltexte (und nur die) wählen. Ist aber schon ewig her, dass ich es benutzt habe…

    Und ja, ich glaube, das smoothe Reinladen der älteren Items gabs auch schon vorher. Dafür war die alte Version halt sonst totaler Mist. Sie sollte ja auch nur eine Beispielanwendung für die Google RSS API sein. Ich gehe mal davon aus, dass erst danach bei Google die Entscheidung getroffen wurde, Ressourcen in die Entwicklung eines “richtigen” Readers zu investieren.

  10. Nicht schlecht, aber ich bleib erstmal bei Bloglines. Das ist in den letzten Monaten auch immer mehr “ajaxified” worden. Vielleicht klappt demnächst auch endlich mal mit den Tags.

    Etwas Konkurrenz durch Google Reader kann aber sicherlich nicht schaden. Die Tastaturkürzel gibts in Bloglines auch erst seitdem die Google Reader eingeführt hatte.

  11. Alter, alas.

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