Roberts Geschimpfe hat mich daran erinnert, wie sehr ich meinen Mac mag. Alles perfekt? Mitnichten. Ein paar Sachen gehen mir unheimlich auf den Keks. Dass Firefox zum Beispiel immer noch eine relativ lahme Krücke ist (zumindest im Vergleich zum Windows-Pendant). Dass die Alternativen (Safari, Camino, OmniWeb) alle so ihre kleinen Problemchen haben. Dass Flash für OS X geradezu einschläfernd lahm ist, was mich gerade bei meinem aktuellen Projekt unglaublich nervt. Dass mein kleines MacBook nach einem Kalt-Login furchtbar lange braucht, bis es tatsächlich betriebsbereit ist, und manchmal — zum Glück selten genug — nicht korrekt aus dem Schlafmodus aufwacht. Und dass… uh… nein, ich glaube das war’s. Puh!
Und jetzt verrate ich euch ein großes Geheimnis: es soll trotzdem jeder das Betriebssystem benutzen, das er am meisten mag. Mit dem er am besten zurecht kommt. In dem er am schnellsten arbeitet. Computer sind in erster Linie Werkzeuge. Und genau so, wie jeder Handwerker auf einen anderen Hammer schwört, ist es auch bei Computern und Betriebssystemen.
Und jetzt noch ein Geheimnis: hört nicht auf die Meinungsnazis. Sie sind überall: im Apple-Camp und auch auf der Windows-Seite. Das Problem ist: man erkennt sie nicht so einfach. Apples Marketing ist natürlich die Hölle. Wer Sprüche wie “podcastet und bloggt und soweitert out of the box” ernst nimmt, hat es nicht anders verdient. Und wer sich einen Mac kauft, weil er hübscher aussieht, und sich dann wundert, dass Office, Faktura und was weiß ich noch darauf nicht laufen, auch nicht. Auf der Gegenseite sieht’s nicht besser aus. Oder glaubt hier jemand wirklich, Windows Vista würde “Klarheit schaffen”? Aber es geht noch fieser. Da sind nämlich noch diese kleinen, fiesen Trolle, die in den verschiedenen IT-Foren hausen. Die einen nie direkt beleidigen, man kennt sich ja nicht; die einem dafür aber über Wochen, Monate oder Jahre hinweg klar machen, dass man als Computeruser einfach nicht “dazu gehört”, wenn man etwas anderes als Betriebssystem XYZ benutzt. So etwas schleicht sich hinterrücks an, und ehe man sich versieht, traut man sich nicht, mal einen anderen Hammer zu benutzen als die anderen. Und ähnlich wie die 12jährigen, die zur Kippe greifen, weil die Freunde es ja auch alle tun, bildet man sich auf einmal ein, automatisch zum Außenseiter zu werden, wenn man sich bewusst anders entscheidet.
Tappt nicht in diese Falle. Lasst euch nicht von den Meinungsfaschisten kontrollieren. Kauft, was ihr wollt; benutzt was ihr wollt. Und lasst mich bitte in Ruhe. Denn mein Mac wischt mit euren Windows-Kisten den Boden auf. So. :)