Ein paar Tage habe ich ihn schon, den neuen iPod nano. So richtig an ihn gewöhnen konnte ich mich noch nicht, aber das kommt vielleicht noch. Leider ist es diesmal kein dermaßen lupenreines Erlebnis wie bei meinem ersten nano — und obwohl es sich bei dem Neuen immer noch um ein tolles Gerät handelt, lassen mich ein paar der Punkte, die mich stören, langsam vermuten, dass Apple ein bisschen das Gefühl für das Perfekte verloren hat.
Zum Beispiel hat mein Gerät — gerade meins! Hmpf! — zwei kleine, aber traurige Produktionsfehler: das Display ist minimal schief, und der Kopfhöreranschluss sehr schwergängig. Mit dem leicht schiefen Display kann ich leben, das fällt wirklich nur auf, wenn man genau hinschaut; und der Kopfhöreranschluss wird sicher mit der Zeit, äh, etwas ausleiern. Trotzdem: wenn ich ein neues Apple-Produkt aus seiner edlen Verpackung befreie, erwarte ich inzwischen Perfektion. Diese Erwartung wurde diesmal leider enttäuscht. Jetzt überlege ich, das Gerät umzutauschen. Dabei bin ich doch so faul.
Eine andere Sache, die mich nervt, ist der neue Hold-Schieber, mit dem man das Click Wheel deaktivieren kann. Er befindet sich bei dem neuen Modell am linken Rand der unteren Kante, direkt neben der Übergangsnaht zwischen den zwei Teilen der Metallschale, die das Gerät umgibt. Wie bei den älteren Modellen ist der Schieber so flach, dass man ihn am besten mit den Fingernägeln bedient, was sich bei dem neuen nano als schwieriger erweist, als es sein sollte — viel zu oft bleibe ich mit meinem Fingernagel in besagter Naht hängen, anstatt den Schieber zu erwischen. Das macht das Ganze leider etwas frickelig, mal abgesehen davon, dass ich Angst davor habe, eines Tages auf diese Weise das Gerät aufzubrechen. (Grobmotoriker FTW.)
Das war jetzt viel Gemotze, deswegen am Ende noch etwas Positives: natürlich rockt der neue iPod nano trotzdem alles weg, was an MP3- und sonstwas-Playern noch so auf dem Markt ist, solange man sich mit den iPod-typischen “Einschränkungen” wie z.B. dem Fehlen von WMV- und OGG-Support oder der Kopplung an iTunes arrangieren kann. Das neue User Interface ist toll, der Video-Support astrein. Für €199 bekommt man ein hübsches, kompaktes Gerät, das einen nicht nur den Tag über mit Musik berieseln, sondern auch noch lange Zugfahrten mit ein paar Filmen versüßen kann. Was ich übrigens gleich dieses Wochenende mal ausprobieren werde. Wiesbaden!