Browsing the blog archives for Juni, 2008

Tragische Erkenntnis des Tages: ich bin dermaßen verfressen, dass ich deswegen in ein anderes Land umziehe.

Wenn ich darüber nachdenke, warum ich eigentlich wieder die Insel verlassen und zurück nach Deutschland ziehen möchte, fällt mir auf, dass Essen und Trinken eine große Rolle spielen. Eine vielleicht zu große.

Meine Versuche, in Brighton und London gute und gleichzeitig bezahlbare Restaurants zu finden, endeten leider ernüchternd. Es ist nicht die englische Küche als solche, die ich nicht mag (im Gegenteil), sondern der für einen Europäer (also: vom Festland) ungewohnte Mangel an Qualitätsstandards und -Anspruch. Jetzt ist gerade Brighton natürlich auch eine klassische Touristen- und Studentenstadt, insofern dürfte mich eigentlich kaum wundern, dass man fast überall nur Essen serviert bekommt, das einen nicht gerade zur baldigen Wiederkehr motiviert.

Jetzt freue ich mich auf all die vielen schönen Restaurants und Bars in Berlin. Wenn die Bestellung mal wieder etwas länger dauert, werde ich mich an meine kulinarischen Erlebnisse in England zurück erinnern und froh sein, dass mir wenigstens keine verschimmelten Burgerbrötchen, knochenharte Avocados oder Caipirinas mit Sodawasser aufgetischt werden.

Die Liste von zu meidenden Läden in Brighton & Hove wäre ziemlich lang, aber wir wollen ja positiv bleiben; deswegen hier ein paar Restaurants, die ich tatsächlich empfehlen kann:

Red Snapper: Thai Food, BYOB (bring your own booze), Seven Dials. Irre nette Leute, gemütliche Atmosphäre, fantastisches Essen. Es gibt seit ein paar Monaten auch ein zweites Red Snapper in der Waterloo Street; ist auch sehr gut, aber das bei Seven Dials war einen Tick besser.

Riddle & Finns: Seafood, gehobene Klasse, nicht ganz billig, aber ideal für einen stylischen Abend mit Freunden und/oder Familie. Es gibt zwei; eins in den Lanes, eins in der Church Road in Hove.

The Ginger Pig: wahnsinnig gutes Essen (französische/englische Küche), nicht zu teuer, dafür immer rammelvoll und ohne Reservierungsmöglichkeit. Früh hingehen und ausreichend Zeit mitbringen, um erst mal eine halbe bis ganze Stunde an der Bar Gin & Tonics zu trinken, bevor man einen Tisch bekommt. Das Warten lohnt sich jedoch immer.

The Hove Tandoori: konstant gutes indisches Essen zu sehr fairen Preisen. Wahnsinnig nettes Personal, angenehme Atmosphäre. Deswegen ist es auch leider immer ziemlich voll, aber im Gegensatz zum Ginger Pig kann man hier wenigstens einen Tisch reservieren.

Mehr empfehlenswerte Restaurants fallen mir im Moment leider nicht ein. Wenn ich noch was finde, aktualisiere ich die Liste.

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Auf heise.de essen sie Hunde

Ohje, heise.de hat etwas über Twitter geschrieben, womit der Dienst nun endlich auch arbeitslosen Diplominformatikern, c’t-Lesern und ähnlichen Profis bekannt sein sollte.

Die Kommentare sind auf die üblich traurige Art lesenswert; man ist sich dort einig, Twitter sei Spielzeug für Kinder, bringe Einbrecher ins Haus, und überhaupt habe das Web 2.0 nur den Vorteil, dass die Leute von der Straße weg sind. Einer gibt sogar zu, bis heute nicht den Unterschied zwischen einem Forum und einem Blog zu verstehen.

Meine Liste der einfachen Regeln, die das Arbeiten in der IT-Branche und ferner das Leben als solches bestimmen, ist noch nicht besonders lang, aber eine davon ist: wenn du auf heise.de kommentierst und es ernst meinst, dann halt ihn fest, deinen Job. Nach 25 Jahren gibt es vom Chef einen goldenen Füllfederhalter.

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Ich habe fertig

Wohnung ist leer. Sachen stehen in der Self Storage. Ab jetzt: neun Tage in Brighton & Hove abhängen, Leuten tschüss sagen, letzte Arbeiten am Projekt tätigen, bisschen Bier trinken, vielleicht ein paar Cocktails.

Ist komisch. War gerade mal neun Monate hier. Die ganzen Sachen, die meine Umzugshelfer (Chess Moves — kann ich sehr empfehlen!) und ich vorhin in die Storage gebracht haben, musste ich vor etwas mehr als neun Monaten erst von München nach Brighton fahren.

Denke zur Zeit viel darüber nach, wie spektakulär blöd das war. Hätte die Sachen einfach dort irgendwo lagern sollen. Aber ich war davon überzeugt, lange in England zu bleiben; einhundert Prozent. Wie wenn man frisch verliebt ist. Da will man auch kein “probier’s erstmal aus und schau, wie’s ist” hören. Argh.

Leben geht weiter, und irgendwann werde ich darüber lachen. Ach, ich lache eigentlich heute schon darüber. Ist ja alles nicht wild — nur teuer.

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Ist mir egal, was ihr sagt.

Also — die Idee ist, dass ich mal wieder blogge. Auf Deutsch. Weil ich gerne mehr schreiben möchte. Auf Deutsch halt. Mensch, das ist doch nun wirklich nicht so schwer zu verstehen!

Wahrscheinlich ist dies mein zehntausendzweihundertfünfunddreißigstes Weblog. Dafür möchte ich mich entschuldigen. Ich mache schneller neue Weblogs auf, als der gemeine Engländer Pints runterkippt. Gerade in den letzten 12 Monaten habe ich bestimmt genug Weblogs auf- und wieder dichtgemacht, dass man von der Reibungsenergie ein kleines Dorf in Afrika fünf Jahre lang mit Strom hätte versorgen können. Eine Verschwendung! Aber ich geh ja auch zu Starbucks.

Und hey! Ist ja auch viel passiert in der Zeit. Zum Beispiel hat sich Heath Ledger mit Schlaftabletten umgebracht. Nicht, dass ich über so etwas schreiben wollen würde, aber ich bin z.B. nach England gezogen, und das war halt auch ein Thema bei mir. Schlimmer noch: jetzt stehe ich schon wieder kurz davor, zurück nach Deutschland zu ziehen! Meine Güte, ist das alles kompliziert! Da passiert es halt, dass einem lauter wirre Gedanken im Schädel umher schwirren, die auf Papier gebändigt und kastriert werden wollen. Oder in einem Weblog halt. Und vielleicht nicht kastriert. Bin ja nicht so.

Dann hat’s auch was mit Rauschen zu tun. Dem doofen Web 2.0-Rauschen, das immer weiter zunimmt. Es ist vertrackt! friendfeed.com ist toll; aber am Ende des Tages (booaaah, das war vielleicht ein böser Anglizismus! Ich habe mich gerade erst vorhin mit Katrin über Anglizismen unterhalten. Anglizismen sind geil! Ich will ein Kind von ihnen. Das wäre dann so eine Mischung aus Anglizismen und mir. Ein Hendrizismus. Ich will aber, dass sie meinen Nachnamen annehmen. Anders macht es keinen Sinn. Aha, noch einer! Aber egal, ich schweife ab!) stelle ich fest, dass mich die Netzaktivitäten meiner Freunde und Eigentlich-sind-es-ja-nur-Netz-Kontakte-Freunde eigentlich gar nicht so sehr interessieren.

Nicht falsch verstehen! Ich liebe meine Freunde auf all die wundervollen Arten, die man seine Freunde lieben kann, und bin mir sicher, dass sie alle wunderbar viel Spaß im Internet haben, wahrscheinlich mehr als ich, denn sie sind ja nicht alle so verbitterte Arschkrampen. Jetzt musste ich lachen, denn das Apple-Wörterbuch kennt tatsächlich das Wort Arschkrampen! Cool! Jedenfalls gönne ich meinen Freunden und Eigentlich-usw-Freunden ihren Spaß, aber wenn Person XZY ein Foto von dem Baby der Freundin des Bruders des Vaters ihres Chefs auf Flickr lädt, dann ist mir das erst einmal — ich glaube, der Fachbegriff ist: scheißegal.

Die interessanten Sachen erreichen einen auch so — irgendwann, irgendwie, in der Regel über das gute, alte Weitersagen, eine E-Mail, oder einfach nur puren Zufall. Das hat schon immer ganz gut funktioniert. Wieso sollten wir 99% Rauschen konsumieren, um das 1% Signal ein paar Stunden schneller zu finden?

Wir flickrn und scrobbeln und bloggen und tumblen und twittern jeden auch nur kleinen Furz und ersaufen in einem noch nie dagewesenen Informationskot, der immer ungesünder aussieht. Ja, ich bekenne mich schuldig! Mache ich da ja auch fleißig mit — aber die Balance ist wichtig, und vielleicht kann ich die für mich mit ein paar Texten wieder her stellen. Wenn’s auch keine besonders guten sind. Ist mir egal, was ihr sagt.

hmans.net wird meine Haupt-Adresse bleiben. Das Tumblelog dort werde ich auch nach wie vor mit dem ganzen kranken Scheiß füllen, den Carlo mir täglich zuschickt, die Sau. Aber die ausgewachsenen Gedanken, die großen Erkenntnisse, die Kommentare zu this and that, den ganzen Heavy-Duty-Internet-Krams, die textgewordenen Beinahe-Psychosen, das landet alles hier. Schon alleine, um meine internationalen Tumblelogleser nicht mit der funny language zu verwirren.

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